Neues Theme

Januar 27, 2009 in nachdenkliches

Wir wollen uns ja von der Konkurrenz abheben. Daher haben wir nun das weiß-blaue Theme abgeschafft. Das stand für die alte PARTEI. Die neue PARTEI ist rot. Danke.

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joerg_knapp
2009 Januar 30

Der König der Franken und die Oberpfälzer Sexgöttin
Wortstarkes Gespann: Mäc Härder und Lizzy Aumeier im Mercado
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=959770&kat=120

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NÜRNBERG - «Lass uns pünktlich anfangen, die Leut’ wollen eh wieder hamm!» Mäc Härder kennt seine Pappenheimer, er weiß, wie die fränkische Seele schlägt. Nämlich eher verhalten. Oder wie es der 49-jährige Kabarettist ausdrückt: «Nix Ekstase, sondern eher so ein Grundmisstrauen.» Den Begrüßungsapplaus im Nürnberger Mercado verbietet sich Härder deshalb.

Er baut lieber auf einer miesen Stimmung auf. «Dann weiß ich wenigstens, was ich geleistet habe!» An diesem Abend leistet er allerdings nichts alleine, sondern hat sich zur Verstärkung die Oberpfälzer Kabarett-Kollegin Lizzy Aumeier mit auf die Bühne geholt. «Hier darf ich nicht so frech sein, schließlich ist das Mercado ja die Kulturmetropole hier», witzelt die Oberpfälzerin.

Bis auf den letzten Platz ausverkauft

Auch wenn Einkaufszentren nicht gerade oben auf der Wunschliste von Kabarettisten stehen, bedauern muss die beiden an diesem Abend keiner. Schließlich ist das Einkaufszentrum am Nordostbahnhof bis auf den letzten Platz ausverkauft, 400 Zuschauer füllen die Mittelhalle restlos aus.

Seit vier Jahren gibt es die Reihe «Kultur im Mercado», bei der auch schon andere zugkräftige Künstler, wie beispielsweise Michael Altinger aufgetreten sind. Mit der lockeren Veranstaltungsreihe will das Einkaufszentrum laut Center-Manager Ronald Thaute «nicht nur ein Konsumtempel sein, sondern gerade den Stammgästen auch einmal etwas anderes bieten».

Fränkische Sprachverwirrungen

Mit dem Publikum haben Härder und Aumeier an diesem Abend leichtes Spiel. Es folgt Härders fränkischen Sprachverwirrungen genauso gerne wie «Lizzys» Körperbetrachtungen: «Ich bin nicht dick, meine Beine sind nur zu weit hinten», ruft die 45-Jährige und rafft mutig das rote Abendkleid nach oben. Aumeier gibt den erotischen Vamp («Ich bin eine Sexgöttin!») genauso glaubhaft wie den Oberpfälzer Macho-Aufreißer und hält die Zuschauer gerne mit Drohungen in Schach: «Jetzt macht mit, sonst spring ins Publikum!»

Auch Kollege Härder hält nichts vom Passiv-Dasein und fordert als König von Franken (so heißt sein neues Soloprogramm) Mitarbeit von den Eintrittzahlern. «Please, stand up!», kommandiert er in Königsmantel und Frankenzepter und hat seine Untertanen eher schlecht im Griff. «Seid ihr Depperle oder, noch schlimmer, Demokraten?» ruft er und erntet eine Lachsalve mehr.

Schüchterne sollten besser nicht in die erste Reihe

Der Wahl-Bamberger weiß, dass 25 Kinder eine Abwrackprämie ergeben, und demonstriert, wie es sich anhört, wenn die Franken endgültig P, K und T aus ihrem Wortschatz streichen. Zur Musik der Gipsy Kings wechselt Härder die Sombreros und beweist, dass er nicht umsonst Preise als Jongleur abgeräumt hat. Trotzdem – das Zepter in der Hand, hält an diesem Abend eindeutig Lizzy Aumeier, bei der sich allzu Schüchterne besser nicht in die erste Reihe setzen sollten.

«Hopp Heinz, rauf!», kommandiert sie ein Opfer zum Schluss auf die Bühne und stellt mit ihm die fränkische Version von «Titanic» nach. Vom Publikum gibts für den Zwangs-Mutigen einen saftigen Extra-Applaus und herzliche Begeisterung für Lizzy und Mäc Härder.

Anette Röckl
30.1.2009

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